Auch im Jahr 2011 vergibt die Otto-Brenner-Stiftung wieder Preisgelder im Gesamtwert von 52 000 Euro für Recherche-Journalismus in Deutschland. Dieser begehrte Preis ist nach dem langjährigen Gewerkschaftsvorsitzenden Otto Brenner benannt und wird seit dem Jahr 2005 von der Wissenschaftsstiftung der IG-Metall verliehen.
In diesem Jahr heißen die Gewinner des mit 10 000 Euro dotierten Preises Volker ter Haseborg und Lars-Marten Nagel, welche mit ihrer hervorragenden Recherche über die Wohnungsgesellschaft Gagfah und dessen profitgierigen Machenschaften berichteten. Dieses Unternehmen der Immobilienwirtschaft hatte sich durch Risikogeschäfte mit so genannten Hedgefonds riesige Gewinne erwirtschaften wollen, was aber – so fanden es die beiden Redakteure heraus – in erster Linie auf dem Rücken der Immobilienkunden stattfand.
Zweiter Sieger und damit Gewinner von 5 000 Euro sind Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch und Jörg Schmitt vom Magazin Spiegel. Sie konnten durch ihre Nachforschungen und die daraus entstandenen Berichte über die Spitzelaffäre in der Vorstandsabteilung der staatseigenen HSH Nordbank überzeugen.
Ursel Sieber bekam für ihr Buch „Gesunder Zweifel“ den dritten Platz sowie 3 000 Euro. Sie klärt in ihrem Werk über Lobbyismus in der deutschen Pharmazie und im Gesundheitswesen auf.
Den begehrten Spezialpreis und ein Preisgeld von 10 000 Euro vergab die Expertenjury an Katja Thimm. In ihrem Beitrag im Spiegel-Magazin schafft sie den Spagat zwischen dem Schildern der Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Versorgung ihres pflegebedürftigen Vaters und der Berichterstattung von dessen traumatischen Erlebnissen als Kind in den Wirren des Zweiten Weltkrieges.